Die besten Stellen für Karpfen am Bodensee
Friedrichshafen – Gondelhafen und Fährhafen
Der Gondelhafen in Friedrichshafen, dort wo die Fähre nach Romanshorn abfährt und ankommt, ist einer der bekanntesten Karpfen-Spots am Bodensee. Das Durchschnittsgewicht liegt bei 3 Kilogramm, Fische mit 5 bis 6 Kilogramm werden nahezu täglich gefangen. Als Köder wird vor allem Mais empfohlen. Ein weiterer Geheimtipp ist die Spundwand gegenüber vom Molleturm – hier gibt es laut erfahrenen Anglern eine „Karpfengarantie“, allerdings eher kleinere Fische zwischen 30 und 40 Zentimetern.
Der Fährhafen in Friedrichshafen darf ganzjährig von den beiden Ufermolen aus befischt werden – allerdings erst ab der entsprechenden Beschilderung an der Ostmole. Die Stege und die Seestraße im Hafenbereich sind ganzjährig für die Angelfischerei gesperrt.
Lindau – Bayerisches Ufer
Der Lindauer Hafen ist ein weiterer Hotspot am Bodensee. Hier können Karpfen, Brassen, Aal und Trüsche gefangen werden. Besonders in den Häfen zwischen den Stegen stehen die Karpfen im Sommer oft so eng, dass man sie mit der Hand fangen könnte.
Schweizer Ufer – Arbon und Steinach
Am Schweizer Ufer sind der Hafen und das Fliegerdenkmal in Arbon sowie der Hafen und die Steinachmündung in Seinach gute Adressen für Karpfen. In Arbon werden neben Karpfen auch Aal, Egli, Hecht und Weißfische gefangen, in Seinach kommen Zander, Hecht, Trüsche und Wels hinzu.
Flussmündungen – Argen und Bregenzer Ach
Die Mündungen der Zuflüsse sind besonders empfehlenswert. Die Argen und die Bregenzer Ach sind bekannte Hotspots, an denen sich Karpfen gerne aufhalten. Auch der Bereich um die Rotachmündung in Friedrichshafen ist interessant.
Konstanzer Trichter und Mainauwasser
Am Konstanzer Trichter ist das Uferangeln entlang Richtung Eisenbahnbrücke möglich, da es relativ schnell tief wird. Für das Uferangeln kostet eine Wochenkarte 10 Euro, eine Monatskarte 19 Euro und eine Jahreskarte 40 Euro. Das Mainauwasser – vom Freizeitbad Horn bis kurz vor Litzelstetten – kann für ca. 15 Euro pro Jahr vom Boot und Ufer aus beangelt werden.
Regelungen und Bestimmungen am Bodensee
Mindestmaß und Schonzeit
Am Bodensee gilt für Karpfen ein Mindestmaß von 25 cm und eine Schonzeit vom 1. Mai bis 15. Juni. Während der Schonzeit dürfen auf Karpfen keine gezielten Fänge durchgeführt werden. Zum Vergleich: Zander hat ein Mindestmaß von 40 cm und Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai, Hecht hat ein Mindestmaß von 60 cm und Schonzeit vom 1. November bis 10. Januar.
Angelzeiten
Die Ausübung der Fischerei mit Angelfischereigeräten ist täglich eine Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang erlaubt. Eine Ausnahme gilt vom 1. September bis 15. Oktober: Dann ist die Fischerei frühestens ab 5:40 Uhr gestattet. Der Aalfang vom Ufer aus ist bis 1:00 Uhr gestattet. Das Nachtangeln auf Karpfen ist nicht erlaubt – planen Sie Ihre Sessions daher für die Tagesstunden.
Erlaubnisschein und Fischereischein
Für das Angeln am Bodensee benötigen Sie einen gültigen Fischereischein sowie einen Erlaubnisschein für das jeweilige Gewässer. Bürger der Bundesrepublik Deutschland benötigen neben der Erlaubniskarte einen gültigen Fischereischein. Die Preise variieren je nach Abschnitt und Anbieter:
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Uferkarte Friedrichshafen: Wochenkarte 10 €, Monatskarte 19 €, Jahreskarte 40 €
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Bootskarte: Wochenkarte 19 €, Monatskarte 34 €, Jahreskarte 77 €
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Bodensee allgemein: Tageskarte 10 €, Monatskarte 30 €, Jahreskarte 60 € zzgl. Gebühren
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Radolfzell (Untersee/Aach): Monatskarte 19,50 €
In Lindau erhalten Sie den Fischereischein gegen Vorlage des gültigen Angelscheins bei der Tourist-Information am Alfred-Nobel-Platz 1 sowie auf dem Park-Camping Lindau.
Gesperrte Bereiche
Am baden-württembergischen Bodensee gibt es zahlreiche ausgenommene Uferstrecken, darunter:
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Der Konstanzer Trichter (Stadt Konstanz)
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Die Uferstrecke von der Rosenau bis Litzelstetten-Henkerlöle
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Der Bereich beiderseits der Mainau (Obere und Untere Güll)
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Die Rotachmündung in Friedrichshafen
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Die Stege und die Seestraße im Hafenbereich Friedrichshafen
Ausrüstung für das Karpfenangeln am Bodensee
Ruten und Rollen
Am Bodensee sind längere Ruten von Vorteil, da Sie oft über weite Distanzen oder von Molen aus angeln. Ruten mit 3,0 bis 3,5 lb Testkurve und einer Baitrunner-Rolle ab 4000er Größe sind ideal. Für das Uferangeln an den Häfen reicht oft eine Grundrute mit 2,75 bis 3,0 lb.
Montagen
Die Laufbleimontage ist der Allrounder für den Bodensee und eignet sich besonders für Einsteiger. Durchlaufblei auffädeln, Gummiperle, Karabinerwirbel, Vorfach einhängen – fertig. Für das Angeln in Tiefen zwischen 4 und 8 Metern empfiehlt sich ein Frolicboilie-Rig. Bei Pop-Up-Präsentationen haben sich Multi-Rigs mit gelben Pop-Ups bewährt, die farblich perfekt den Maiskörnern angepasst sind.
Köder
Der Mais gilt als der fängigste Köder für Karpfen am Bodensee. Daneben kommen Boilies, Teig, Frolic, Würmer und Maden in Frage. Im Winter hat sich eine Mischung aus Mais, Groundbait und Baitmaster Liquid sowie 16-mm-Boilies bewährt. Das Futter sollte hochattraktiv, löslich und optisch ansprechend sein. In stark befischten Seen sind Partikel oft die bessere Wahl als Boilies – kombinieren Sie beide, um das Beste aus beiden Welten zu nutzen.
Jahreszeiten und Strategien
Winter – Die beste Zeit für Großkarpfen
Der Bodensee friert selbst bei anhaltender Kälte kaum je zu und bietet im Winter die Chance auf kapitale Karpfen, wenn andere Gewässer nicht mehr befischbar sind. Suchen Sie gezielt geschützte Bereiche, in denen sich die Karpfen sammeln und natürliche Nahrung finden. Im Winter gilt: Weniger ist mehr – füttern Sie sparsam, aber hochattraktiv. Ein Koi-Schuppi mit weit über 20 Kilogramm gleicht einem Sechser im Lotto, ist aber möglich.
Frühling – Nach der Schonzeit
Nach der Schonzeit (15. Juni) sind die Karpfen aktiv und suchen Nahrung. Die flachen Bereiche erwärmen sich schneller und locken die Fische an. Kleine Köder und zurückhaltendes Anfüttern sind jetzt erfolgreich.
Sommer – Aktivität in den Häfen
Im Sommer stehen die Karpfen in den Häfen oft dicht unter den Stegen. Der Gondelhafen in Friedrichshafen ist jetzt ein Hotspot. Allerdings sollten Sie die Badegäste meiden – in stark besuchten Buchten stören Schwimmer die Fische.
Herbst – Fressen für den Winter
Im Herbst bereiten sich die Karpfen auf den Winter vor. Proteinreiche Köder stehen jetzt im Mittelpunkt. Die Fische ziehen sich langsam in tiefere Bereiche zurück.
Praxis-Tipps für das Karpfenangeln am Bodensee
Anfüttern mit System
Am Bodensee ist konsequentes Anfüttern der Schlüssel zum Erfolg. Füttern Sie über mehrere Tage mit einer Mischung aus Mais, Partikeln und Boilies vor. Besonders in Flussmündungen und Häfen lohnt sich das Vorfüttern. Eine bewährte Strategie ist es, eine große Flussmündung bereits bei der Ankunft mit einer Mischung aus Mais und fermentierten Kohlenhydratködern zu präparieren.
Tiefen erkunden
Die Karpfen am Bodensee halten sich oft in Tiefen zwischen 4 und 8 Metern auf. Loten Sie Ihre Stellen gründlich aus – ein Echolot ist hier von Vorteil.
Häfen und Stege absuchen
In vielen Häfen können Sie zwischen den Stegen angeln. Achten Sie auf die Beschilderung, denn manche Bereiche sind gesperrt. Der Fährhafen Friedrichshafen ist ganzjährig von den Ufermolen aus befischbar.
Sperrgebiete beachten
Informieren Sie sich vorab über die ausgenommenen Uferstrecken. Besonders am Konstanzer Trichter und beiderseits der Mainau gelten spezielle Regelungen.
Bootsangeln in Betracht ziehen
Wer vom Boot aus angeln möchte, benötigt eine Bootskarte und teilweise eine Einweisung durch einen Berechtigten. Am Konstanzer Trichter ist eine Einweisung durch den ASV Konstanz erforderlich.
Der Bodensee – Eine lohnende Herausforderung
Der Bodensee ist kein einfaches Karpfengewässer. Die Dimensionen des Sees, die nomadischen Karpfen und die strengen Regelungen erfordern Geduld, Ausdauer und die richtige Strategie. Doch wer sich auf die Herausforderung einlässt, wird mit außergewöhnlichen Fängen belohnt – von makellosen Schuppenkarpfen, die noch nie einen Haken gesehen haben, bis hin zu kapitalen Winterkarpfen über 20 Kilogramm.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Überblick:
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Die richtige Stelle: Häfen (Friedrichshafen, Lindau, Arbon), Flussmündungen (Argen, Bregenzer Ach) und geschützte Buchten
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Der richtige Köder: Mais als fängigster Köder, kombiniert mit Boilies und Partikeln
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Die richtige Jahreszeit: Winter für Großkarpfen, Sommer für Häfen
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Konsequentes Anfüttern: Ohne systematisches Vorfüttern geht am Bodensee wenig
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Regelungen beachten: Mindestmaß 25 cm, Schonzeit 1. Mai bis 15. Juni, Nachtangelverbot
Petri Heil und tight lines am Bodensee!
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