Die besten Karpfengewässer in Bayern
Das Fränkische Seenland – Sieben Seen für Karpfenangler
Das Fränkische Seenland ist mit seinen sieben großen Seen das Herzstück des bayerischen Karpfenangelns. Altmühlsee, Großer und Kleiner Brombachsee, Igelsbachsee und Rothsee sind mit Aal, Karpfen, Schleie, Hecht, Zander und Wels besetzt. An allen sieben großen Seen gibt es ausgewiesene Angelplätze, und auch an vielen kleineren Seen und Weihern kann man mit Erlaubnisschein angeln.
Der Altmühlsee ist mit 330 Hektar und einer Tiefe von bis zu 2,5 Metern ein flacher, nährstoffreicher See mit einem absoluten Topbestand an Brassen sowie guten Karpfen- und Schleienbeständen. Besonders im Bereich des Zulaufs gegenüber dem Vogelschutzgebiet sind die Chancen auf Karpfen gut.
Der Große Brombachsee ist mit 870 Hektar der größte See im Seenland und bis zu 32,5 Meter tief. Hier ist Nachtangeln erlaubt, und Bootsangeln ist von 05:00 bis 24:00 Uhr gestattet. Der See beherbergt Hecht, Barsch, Zander, Aal, Wels, Karpfen, Schleie und Brassen.
Der Kleine Brombachsee (250 ha, bis 12 m tief) bietet ebenfalls Nachtangeln und Bootsangeln von 05:00 bis 24:00 Uhr. Der Fischbestand umfasst Karpfen, Schleie, Brassen, Hecht, Barsch, Zander, Wels, Rutte und Weißfische.
Der Rothsee ist eine Besonderheit: Zwar ist Nachtangeln hier verboten (Nachtangelverbot von 23:00 bis 05:00 Uhr, das Seeufer ist zu verlassen!), dafür gibt es aber spezielle Nachtangelzonen für Tageskarten-Inhaber bis 23:00 Uhr.
Die Erlaubnisscheine für das Fränkische Seenland sind seit dem 01.01.2024 ausschließlich online über den Anbieter Hejfish erhältlich. Zusätzlich gibt es lokale Ausgabestellen in Angelläden. Angelerlaubnisscheine werden nur an Inhaber des staatlichen Fischereischeins ausgegeben.
Der Aischgrund – Das Herz der fränkischen Karpfenzucht
Der Aischgrund zwischen Nürnberg und Würzburg ist eines der bekanntesten Teichgebiete Deutschlands und das Zentrum der fränkischen Karpfenzucht. Das Gebiet ist stark von der Teichwirtschaft geprägt – es gibt hier derzeit etwa 7.000 Teiche und rund 1.200 Teichwirte, die auf einer Teichfläche von 28,9 km² jährlich etwa 1.700 Tonnen Speisekarpfen erzeugen. Das entspricht etwa 15 % der gesamten Karpfenproduktion Deutschlands.
Die Landschaft des Aischgrunds ist seit Jahrhunderten von einer Vielzahl an Teichen geprägt – ein identitätsstiftender Faktor, der die Region prägt. Viele dieser Teiche sind sogenannte „Himmelsteiche“, die ihr Wasser im Winter direkt aus den Niederschlägen erhalten. Um Wasser zu sparen, sind die Teiche in kilometerlangen Teichketten hintereinandergeschaltet.
Für Karpfenangler bedeutet das: eine einzigartige Kulisse mit traditioneller Teichwirtschaft und hervorragenden Karpfenbeständen. In vielen Teichen ist das Angeln mit Erlaubnisschein möglich – informiere dich bei den örtlichen Teichwirten und Fischereivereinen.
Der Main-Donau-Kanal – Karpfen an Muschelbänken
Der Main-Donau-Kanal ist ein unterschätztes, aber hervorragendes Karpfengewässer in Bayern. Der Kanal hat eine Wasserfläche von etwa 350 Hektar, eine Tiefe von 4,0 Metern und eine Länge von etwa 65 Kilometern. Die Besonderheit: Der Kanal ist mit dem Auto bis auf wenige Meter ans Gewässer befahrbar und auch für Gehbehinderte geeignet.
Angel-Tipp für Karpfen: Muschelbänke sind die besten Karpfenplätze im Main-Donau-Kanal. Kanten, der Wechsel zwischen Spundwand und flacher Böschung, sowie unter Brücken sind ebenfalls gute Stellen. Der Fischbestand umfasst Barsch, Zander, Hecht, Karpfen, Schleie, Aal und Weißfische.
Wichtig: Für den Main-Donau-Kanal gibt es eine reine Friedfischangelkarte – alle aktiven oder passiven Angelmethoden sind erlaubt, aber Raubfische zu beangeln ist verboten. Der gültige staatliche Fischereischein im Original sowie der Online-Erlaubnisschein müssen beim Fischen mitgeführt und auf Aufforderung vorgezeigt werden.
Ein wichtiger Hinweis für Herbst-Angler: Der Main-Donau-Kanal ist vom 17. Oktober bis einschließlich 31. Oktober 2026 für die Fischerei auf Karpfen gesperrt.
Die Naab – Ein Fluss mit Charakter
Die Naab im Oberpfälzer Wald ist einer der bedeutendsten Flüsse der Region und ein gutes Karpfengewässer. Der Abschnitt der Naab verläuft von Kuntsdorf bis Fluss-km 41 und beherbergt Zander, Hecht, Karpfen, Schleie, Rutte, Barbe, Nase und Salmoniden. Der Abschnitt Schwandorf/Obermeier-Wasser bietet Tageskarten für 10,00 €, 2-Tageskarten für 20,00 € und 3-Tageskarten für 30,00 €.
Weitere Gewässer in Bayern
Der Ellertshäuser See in Unterfranken ist mit 30 Hektar der größte See Unterfrankens und beherbergt Hecht, Zander, Barsch, Karpfen, Schleie, Wildkarpfen und Weißfische. Die Tageskarte kostet 18,00 € (23,00 € für Erwachsene), die Jahreskarte 132,00 €.
Die Donau bei Donauwörth und im Passauer Land bietet ebenfalls gute Karpfenbestände. Insgesamt über 30 Flusskilometer Donau, Wörnitz, Zusam, Schmutter oder Kessel rund um Donauwörth bilden ideale Voraussetzungen für einen erlebnisreichen Angelurlaub mit Waller, Hecht, Zander, Karpfen, Aal, Schleie, Forelle, Rotauge, Nase, Orfe und Barbe.
Der Badesee Mauth im Reschbachtal bietet von 1. April bis 15. September beste Bedingungen für Bachforellen und Karpfen. Karpfen haben hier ein Schonmaß von 35 cm.
Der Chiemsee als größter See Bayerns mit 80 Quadratkilometern beherbergt einen guten Urbestand an Schuppenkarpfen, der geduldigen Anglern immer wieder kapitale Fänge beschert.
Regelungen und Bestimmungen in Bayern
Mindestmaß und Schonzeit
In Bayern gilt für Karpfen ein Mindestmaß von 25 cm und keine Schonzeit – der Karpfen darf das ganze Jahr über befischt werden. Zum Vergleich: Schleie hat ein Mindestmaß von 20 cm und keine Schonzeit, Zander hat Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai und ein Mindestmaß von 40 cm, Hecht hat Schonzeit vom 15. Februar bis 30. April und ein Mindestmaß von 60 cm.
Wichtig: In vielen Gewässern Bayerns gilt jedoch ein strengeres Schonmaß von 35 cm für Karpfen – so zum Beispiel im Fränkischen Seenland, am Main-Donau-Kanal und am Badesee Mauth. Informiere dich vor dem Angeln über die lokalen Bestimmungen.
Fischereischein und Erlaubnisschein
Für die Ausübung der Angelfischerei in Bayern benötigen Gastangler aus anderen Bundesländern neben einer Fischereierlaubniskarte (Tages- oder Wochenkarte) einen gültigen Fischereischein. Ausländische Urlauber können bei der betreffenden Gemeindeverwaltung einen 3 Monate gültigen Bayerischen Fischereischein zum Preis von 22,50 € erhalten, wenn sie die Befugnis zur selbständigen Ausübung des Fischfangs im Herkunftsland glaubhaft machen.
Angelzeiten und Nachtangeln
Die Angelzeiten sind je nach Gewässer unterschiedlich. Im Fränkischen Seenland gilt: Vom 1. Januar bis 14. April ist das Angeln von 05:00 bis 24:00 Uhr erlaubt, vom 15. April bis 30. September von 05:00 bis 08:00 Uhr und vom 1. Oktober bis 31. Dezember von 05:00 bis 24:00 Uhr.
Nachtangeln ist in vielen bayerischen Gewässern verboten oder eingeschränkt. Im Fränkischen Seenland gilt eine Sperre von 24:00 Uhr bis 05:00 Uhr. Am Großen Brombachsee und Kleinen Brombachsee ist Nachtangeln erlaubt, am Rothsee hingegen verboten (Nachtangelverbot von 23:00 bis 05:00 Uhr).
Fangbegrenzungen
In vielen Gewässern Bayerns gelten Fangbegrenzungen. Am Main-Donau-Kanal sind 2 Karpfen und 2 Giebel pro Tag erlaubt. Am Badesee Mauth gelten die allgemeinen bayerischen Regelungen. Im Fränkischen Seenland gilt: 2 Ruten – 1 Karpfen oder 1 Hecht (55 cm) oder 1 Zander (50 cm) und 2 Forellen (30 cm) oder 2 Karpfen (35 cm).
Ausrüstung für das Karpfenangeln in Bayern
Ruten und Rollen
Für das Karpfenangeln in Bayern brauchst du je nach Gewässer unterschiedliches Gerät:
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Seen (Fränkisches Seenland): Ruten mit 2,75 bis 3,0 lb Testkurve, Baitrunner-Rolle ab 4000er Größe
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Flüsse (Naab, Donau, Altmühl): Ruten mit 3,0 bis 3,5 lb, um der Strömung standzuhalten
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Main-Donau-Kanal: Ruten mit 2,75 bis 3,0 lb reichen aus
Montagen
Die Haarmontage ist der Standard in Bayern. In den Seen und Kanälen haben sich Inline-Bleie und Safety-Bolt-Rigs bewährt. Für Pop-Up-Präsentationen eignen sich Spinner Rigs oder Chod Rigs. In Flüssen wie der Naab ist eine fischsichere Karpfenmontage mit 60–80 g Blei eine gute Wahl. Die Vorfachlänge sollte zwischen 18 und 30 Zentimetern liegen, je nach Gegebenheiten.
Köder
Dosenmais ist in Bayern ein extrem fängiger Köder – oft deutlich besser als Boilies. An der Altmühl brachten zwei Körner Mais am Haar in drei Stunden deutlich mehr Karpfenbisse als zwei Boilie-Montagen an einem ganzen Tag. Boilies sind dennoch erfolgreich, besonders an den großen Seen und im Main-Donau-Kanal. Pellets und Partikel wie Hanf und Tigernüsse sind ebenfalls bewährte Köder.
Jahreszeiten und Strategien
Frühling
Im Frühling erwärmen sich die flachen Bereiche der Seen und Teiche schneller und locken Karpfen an. Am Altmühlsee und in den flachen Bereichen des Fränkischen Seenlands sind die Chancen jetzt besonders gut. Kleine Köder und zurückhaltendes Anfüttern sind erfolgreich.
Sommer
Im Sommer sind die Karpfen in den Seen und Flüssen aktiv. Die frühen Morgenstunden bis etwa zehn Uhr erweisen sich beim Karpfen-Ansitz an der Altmühl als beste Angelzeit. In den flachen Seen wie dem Altmühlsee stehen die Karpfen oft in Ufernähe.
Herbst
Der Herbst ist eine gute Zeit für Karpfen in Bayern. Proteinreiche Köder stehen jetzt im Mittelpunkt. Die Fische bereiten sich auf den Winter vor und fressen sich Fettreserven an.
Winter
Im Winter sind die Karpfen träge. In den tieferen Bereichen der Seen und in Warmwasserausläufen sind die Chancen am größten. Der Karpfen darf in Bayern ganzjährig befischt werden.
Praxis-Tipps für das Karpfenangeln in Bayern
Online-Erlaubnisscheine
Seit dem 01.01.2024 sind alle Angel-Erlaubnisscheine im Fränkischen Seenland nur noch als Online-Erlaubnisscheine über den Anbieter Hejfish erhältlich. In nur fünf Schritten kannst du online zur Angelkarte gelangen: Registrieren, Berechtigung hochladen, Gewässer und Karte auswählen, bezahlen und ab ans Wasser.
Muschelbänke als Hotspots
Im Main-Donau-Kanal sind Muschelbänke die besten Karpfenplätze. Achte auf Kanten, den Wechsel zwischen Spundwand und flacher Böschung, sowie Stellen unter Brücken.
Anfüttern mit System
In den großen Seen Bayerns ist konsequentes Anfüttern der Schlüssel zum Erfolg. Füttern Sie über mehrere Tage mit einer Mischung aus Mais, Partikeln und Boilies vor. In den Teichen des Aischgrunds ist weniger Futter oft mehr – die natürliche Nahrung ist dort reichlich vorhanden.
Sperrgebiete beachten
Im Main-Donau-Kanal ist die Fischerei auf Karpfen vom 17. Oktober bis 31. Oktober gesperrt. Informiere dich vorab über lokale Sperrgebiete und Schongebiete.
Müll mitnehmen
Der Fischereiverband Mittelfranken appelliert an alle Angler: „Halte unsere Gewässer sauber, führe immer Mülltüten mit, scheue dich nicht den Müll von anderen mitzunehmen und hinterlasse deinen Angelplatz sauber!“.
Fazit: Bayern – Das Karpfenland schlechthin
Bayern ist das Karpfenland Nummer eins in Deutschland. Mit über 11.700 Teichen im Aischgrund und bei Tirschenreuth, den großen Seen des Fränkischen Seenlands und den Flüssen Main, Donau, Altmühl und Naab bietet das Bundesland eine einzigartige Vielfalt an Karpfengewässern. Die jahrhundertealte Teichwirtschaftstradition hat eine Landschaft geschaffen, die wie keine andere von der Karpfenzucht geprägt ist.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Überblick:
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Gewässerwahl: Fränkisches Seenland für große Seen, Aischgrund für traditionelle Teichwirtschaft, Main-Donau-Kanal für Karpfen an Muschelbänken
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Erlaubnis: Fischereischein + Online-Erlaubnisschein (Hejfish) – nur an Inhaber eines staatlichen Fischereischeins
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Mindestmaß: 25 cm (gesetzlich), in vielen Gewässern 35 cm
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Beste Zeit: Frühling und Sommer, frühe Morgenstunden
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Ausrüstung: Leichte bis mittlere Ruten, Haarmontage, Inline-Blei
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Köder: Dosenmais als Geheimtipp, Boilies, Pellets und Partikel
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Nachtangeln: In vielen Gewässern verboten – vorab informieren
Egal ob du im Fränkischen Seenland auf Karpfen angelst, im Aischgrund die traditionellen Teiche befischst oder am Main-Donau-Kanal nach Muschelbänken suchst – Bayern wird dich mit außergewöhnlichen Karpfenfängen belohnen.
Petri Heil und tight lines in Bayern!
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